Literatur und Medien
Liebe Besucher unserer Homepage,
wir freuen uns, dass Ihr Interesse
entfacht wurde und Sie vielleicht nach weiteren Möglichkeiten der
Information zu Jenaplan und Jenaplanschulen suchen.
Wir präsentieren Ihnen sechs
Sektionen, in denen Sie gezielt weitersuchen können:
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Die Bereiche sind nicht durchgehend trennscharf.
Sie finden
jeweils eine kurze bibliographische Angabe und einen noch kürzeren Kommentar.
Zusammenstellung und Kommentare: Dr. Oskar Seitz
Both, K.:
Jenaplan 21. Schulentwicklung als pädagogisch orientierte Konzeptentwicklung.
Baltmannsweiler 2001
Von einem der
Gründerväter der Jenaplan-Bewegung in den Niederlanden verfasst. Äußerst
aktuell, schulbezogen, mit vielen einprägsamen Beispielen versehen. Als
Arbeitsbuch hervorragend geeignet. Auch in der persönlichen Diktion
unverkennbar „Jenaplan“.
Eichelberger, H.; Wilhelm, M. (Hg.): Der Jenaplan heute. Eine
Pädagogik für die Schule von morgen. Innsbruck 2000
Ein umfassender
Reader, der wesentliche systematische Aspekte, auch kritisch untersucht (z.B.
Wilhelm), Jenaplan in das Netzwerk reformpädagogischer Schulen
einordnet (Eichelberger), 10 Schritte hin zum „Jenaplan-Lehrer“ beschreibt
(Seitz u.a.), in vielen Beispielen die wesentlichsten Elemente der
Jenaplan-Pädagogik vorstellt. Sehr empfehlenswert.
Traub, T. (Hrsg.): Jenaplan. Aktuelle Konzepte. Gießen 1996
In diesem, von der leider „beseitigten“
Jenaplan-Forschungsstelle in Gießen herausgegebenen, Heft ist ein hervorragend
straffer, aber gut zu lesender Beitrag Thilo Traubs zu den historischen
Grundlagen des Jenaplans zu finden. Es folgen im Wesentlichen Schulbeispiele,
Jenaplanschulen aus den Niederlanden und aus Deutschland skizzieren ihr
Profil, z. B. Gabrielschule Putten/NL, Rosenmaarschule Köln,
Gemeinschaftsschule „Mühlheimer Freiheit“ Köln, Peter-Petersen-Schule
Friedenstraße Köln, Jenaplan-Schule Jena, Grund- und Mittelschule
Markersbach..
Dietrich, T.: Die Pädagogik Peter Petersens. Der Jena-Plan: Beispiel
einer humanen Schule. Bad Heilbrunn 1995 (6)
Noch immer ein Klassiker
der Einführungsliteratur: einfach – aber nicht seicht, übersichtlich,
relevant. Von einem (leider kürzlich verstorbenen) echten Anhänger Petersens,
einem ehemaligen Mitarbeiter an dessen Lehrstuhl, verfasst. Deshalb auch
stellenweise ein bisschen rosa.
Historisches
* Petersen, P.: „Der
Kleine Jenaplan“. Der Jena-Plan einer freien allgemeinen Volksschule. Weinheim
1980 (56. - 60. Aufl.). Erstauflage: 1927
Kürzeste Fassung des
Jenaplan-Ansatzes von Petersen selbst. Sollte jeder Jenaplan-Interessierte
unbedingt kritisch gelesen haben.
Benner, D.; Kemper, H.: Einleitung zur
Neuherausgabe des kleinen Jena-Plans. Weinheim 1991
Hier wird vom Standpunkt
eines scheinbar kritischen Rationalismus aus das pädagogische Jenaplan-Modell
analysiert, die Kritik einzelner Theoreme wird letztendlich jedoch nicht
überzeugend durchgehalten (vgl. zur „Pädagogischen Situation“: Seitz, O. in
KINDERLEBEN 9/1998, S. 15 – 17), auch in den Biographismus werden Ausflüge
vorgenommen.
Petersen, P.: Schulleben und Unterricht einer freien allgemeinen Volksschule
nach den Grundsätzen Neuer Erziehung („Der Große Jenaplan“,
Bd. 1). Weimar 1930a
Petersen, P.: Das gestaltende Schaffen im Schulversuch
der Jenaer Universitätsschule („Der Große Jenaplan“, Bd. 2).
Weimar 1930b
Petersen, P.: Die Praxis der Schulen nach dem Jenaplan („Der
Große Jenaplan“, Bd. 3). Weimar 1934a
Wer durch
den „Kleinen Jenaplan“ Appetit bekommen hat, kann sich eine Fülle von
Informationen – theoretische Ausführungen und vor allem praktische Beispiele –
aus den drei Bänden des „Großen Jenaplans“ besorgen. Er stellt eher eine
Sammlung verschiedener Materialien über die Laufzeit der Universitätsschule
dar als ein ein systematisch ausgebreitetes pädagogisches Werk. Deshalb ist er
vielleicht gerade auch so spannend zu lesen. Ich empfehle zuerst Band
1.
Petersen, P.; Wolff, H.: Eine Grundschule nach den Grundsätzen der
Arbeits- und Lebensgemeinschaftsschule. Weimar 1925
Durch diese besonders aufschlussreiche
Sammlung praktischer Beispiele aus der Anfangszeit der Universitätsschule wird
ihre damalige Praxis lebendig. In einer Art Tagebuch verfasst Hans Wolff
beeindruckend einfühlsam die verschiedenen Vorgänge in seiner Gruppe (z. B.
Schulanfang), stets mit einem liebevollen Blick auf „seine“ Kinder.
* Petersen, P.: Führungslehre des Unterrichts. Braunschweig 1963 (7)
Erstauflage: 1937
Der zweite Klassiker Petersens nach dem „Kleinen
Jenaplan“, den man ebenfalls gelesen haben sollte. Unter der „Idee der
Erziehung“ werden die verschiedenen Elemente des Jenaplans dargestellt und
begründet. Pädagogische Situation, Wochenplan, Stammgruppe bis hin zu
Vorschlägen intervenierenden Lehrerverhaltens in erziehungsschwierigen
Situationen. Hochaktuell (vergleiche die letzten Abschnitte, z.B:
„Grundirrtümer“)!
Kluge, B.: Peter Petersen - Auf dem Weg zu einer Biographie. Heinsberg
1992.
Die
Arbeit Barbara Kluges muss, trotz des Understatements im Untertitel, als
Standardwerk der biographischen Petersen-Forschung bezeichnet werden.
Detailreich, sachlich ausgewogen, keinen unangenehmen Fragen ausweichend,
schildert sie wissenschaftlich fundiert Leben und Werk des
Jenaplan-Begründers. Immer wieder eine Fundgrube für
Hobbybiographen.
Seitz, O.: Das Schulleben an der Universitätsschule Jena 1924 –
1950, eine Retrospektive von Zeitzeugen. Video und CD-ROM. Sennfeld
2002
Durch
Videodokumentation (Interviews von Zeitzeugen) und Archivmaterial (Bilder,
Tondokumente etc.) wird das Leben an der Universitätsschule eindringlich
präsent. In verschiedenen Texten (CD-ROM) werden Hintergründe und Projektplan
ausführlich dargestellt. Abschnitte des Videos: Schulleben, Integration,
Stammgruppe, Kurse, Leistung, Nationalsozialismus etc.
Döpp, R.: Jenaplan- Pädagogik im
Nationalsozialismus. Ein Beitrag zum Ende der Eindeutigkeit. Münster
2003
Haben Sie viel Zeit und ein grenzenloses
Interesse an historisch-hermeneutischen Fragestellungen? Dann legen Sie sich
das konvolutähnliche Werk von Robert Döpp zu (Tipp: Leihen Sie es sich erst
mal aus!). In einer erstaunlich inhaltsreichen Weise, mit Hilfe akribischer
Quellenarbeit und mit hermeneutischer Präzision, untersucht der Enkel
Döpp-Vorwalds, eines Mitarbeiters Petersens an der
Erziehungswissenschaftlichen Anstalt in Jena, im Rahmen seiner Dissertation
einen nach wie vor frag-würdigen Aspekt der Jenaplan-Pädagogik, den
Gemeinschaftsbegriff. Dabei lässt er sich nicht von ruhmesförderlichen
Vorurteilen leiten, sondern deutlich von seinem wissenschaftlichen Anspruch
(Ethos/Eros?). Er gelangt dabei zu dem Ergebnis, dass der romantisierende
Gemeinschaftsbegriff Petersens vom Nationalsozialismus zwar benutzt wurde, der
Ursprung des Gedankens und Denkens jedoch keineswegs in einer anbiedernden
Haltung Petersens zu suchen ist, sondern in seinem wissenschaftlichen
Werdegang (Theologie, Philosophie), der ihn zwingt, an diesem Kernbegriff der
Gemeinschaft tapfer festzuhalten. Ob der Nachweis von Petersens Naivität so
gelungen ist, bleibt nach der fast 800-seitigen Lektüre dennoch
fraglich.
Grundlegendes
Ofenbach, B.: Erziehung
in Schule und Unterricht. Peter Petersens Modell einer erziehenden Schule.
Donauwörth 2000
Ein Buch für
theoretisch Fortschreitende. Grundlegende Prämissen und Aussagen der
Jenaplan-Pädagogik werden wissenschaftlich analysiert, biographische Aspekte
dabei eingearbeitet. „Grundidee durchsichtig dargestellt“, so urteilt Klaus
Breslauer in KINDERLBEN 15/2002, S. 64.
Retter, H. (Hg.): Jenaplan-Pädagogik als Chance. Bad Heilbrunn
1993
Kongressberichte sind meistens nicht sehr erfrischend und
in der Qualität der einzelnen Beiträge sehr unterschiedlich. In diesem Band
Retters jedoch werden eine Vielzahl relevanter aktueller Aspekte von zumeist
namhaften Jenaplan-Pädagogen untersucht und im Hinblick auf die
Jenaplan-Pädagogik als mögliche Rettung aus der aktuellen pädagogischen Krise
in Europa geprüft. Man beschäftigt sich auf hohem Niveau etwa mit dem
Gemeinschaftsbegriff, der Gesamtschule, Integration, Wochenplan, Feier,
Elternarbeit u.a.m.
Seyfarth-Stubenrauch, M.; Skiera, E. (Hg.): Reformpädagogik und
Schulreform in Europa. 2 Bände. Baltmannsweiler 1996
Eine sehr profunde Sammlung von
Aufsätzen zu verschiedenen reformpädagogischen „Grundlagen“ und „Grundmotiven“
sowie zu reformpädagogischen Schulmodellen (Montessori-, Steiner-, Petersen-,
Freinetschulen u.a.) mit einem Blick auf die Entwicklung reformpädagogischer
Modelle in den wichtigsten europäischen Ländern.
Seitz, O. (Hg.): Freies Lernen. Grundlagen für die Praxis.
Donauwörth 1999
Eine wesentliche Komponente des Lernens an
Jenaplanschulen wird hier praxisorientiert vorgestellt: Freies Arbeiten,
Freies Lernen. In einem letzten Kapitel wird die Möglichkeit Freien Lernens
als Baustein des pädagogischen Wochenplans einer Jenaplanschule
referiert.
Einzelnes
Skiera, E. (Hg.): Schule ohne Klassen. Heinsberg 1985.
Verschiedene
Aspekte des Jenaplans werden als kindgerecht und förderlich
begründet, im wesentlich die jahrgemischte Gruppierungsform. Des
weiteren stellen sich, auch unter diesem Aspekt, sechs Jenaplan-Schulen vor.
Laging, R. (Hg.): Altersgemischtes Lernen in der Schule. Baltmannsweiler
1999
Obwohl noch relativ frisch diskutiert dieser
Bereits-Klassiker äußerst fundiert Vorteile und Nachteile jahrgangsgemischter
Gruppierung auf der Basis neuerer Forschungsergebnisse. Beispiele regen
an.
Sandfuchs, U.; Stange, E.-M.; Kost, S. (Hg.): Kleine Grundschule und
Jahrgangsübergreifendes Lernen. Schülerrückgang als
pädagogische Herausforderung. Bad Heilbrunn 1997
s. Laging
Mayer, Werner G.: Stammgruppen statt Jahrgangsklassen. Heinsberg 1995.
Ein Altmeister
der Jenaplan-Bewegung in Deutschland. Was und wo wären wir ohne Werner G.?
Hier nimmt sich der politisch versierte (Ltd. Regierungsschuldirektor i.R.),
schulisch erfahrene und einschlägig belesene Autor „Family-Grouping“ vor.
Sowohl historisch als auch aktuell, nicht zuletzt garniert mit einem
systematischen Versuch, mit dem Begriff der Gemeinschaft die
Kommunitarismus-Debatte zu überholen, bietet das Buch Anregendes, Kritisches,
Provokatives, Petersen neu bedacht. Beispiel zur Stammgruppenarbeit in Schulen
kommen dabei nicht zu kurz.
Klein, G.: Jenaplan-Pädagogik. Modell für die Integration
von besonders Begabten? In: Bildungsforschung und Bildungspraxis, Jhrg. 21
(1999), Heft 1, S. 33- 57
Wie
geht die Schule um mit der Spannung zwischen Gleichheit und Differenz? Diese
allgemeine pädagogische Frage wird diskutiert aus der Perspektive von
besonders begabten Schülern und Schülerinnen, und dies macht es erst recht
spannend. Wenn man ausgeht von einer Prämisse einer integrativen Pädagogik,
die in der Lage ist, für verschiedene Ausprägungen von Begabung adäquate
Strukturen und Angebote bereitzuhalten, so ist der reformpädagogische Ansatz
des Jenaplans auch dahingehend zu prüfen. Dabei wird gesucht nach einem
„gemeinsamen Haus des Lernens“ und nach Antworten auf die Frage, wie dieses
gestaltet werden soll. (Kees Both)
Praktisches
Praktische Beispiele guter
Jenaplan-Arbeit finden wir vor allem in der Vielzahl von – unterschiedlich
umfangreich – Schulbroschüren. Fast jede Schule hat mittlerweile ein
solches Organ entwickelt, mit dem sie sich in der öffentlichkeit
präsentiert (ja, präsentieren muss).
Umfangreich und aufschlussreich
erscheinen uns z. B. die Broschüren der Jenaplanschulen in
Jena (auch mit Aussagen zum Sekundarbereich im 2. Band; Kontakt
s.
www.jenaplan-schule-jena.de)
der Peter-Petersen-Grundschule Am Rosenmaar in
Köln, die letztes Jahr ihr 50-jähriges Bestehen spektakulär feierte:
„Rosenmaar“: Reif fürs Museum oder Konzept für die Zukunft? 50 Jahre
Peter-Petersen-Schule Am Rosenmaar, Köln (Hg.: Verein der Freunde und Förderer
zeitgemäßer Schularbeit e.V.). Köln 2002
der
Peter-Petersen-Grundschule Berlin-Neukölln (Kontakt unter
www.pps.cidsnet.de)
der
Jenaplanschule Lübbenau: Pädagogisches Landesinstitut
Brandenburg (Hg.): Jenaplanschule Lübbenau. Ein Schulversuch zur Reform
der Grundschule. (Werkstatthefte, Heft 58). Berlin 2000
Jenaplanschule Markersbach (mit Mittelschule; Kontakt s.
www.jenaplanschule-markersbach.de)
Und viele andere mehr (vgl. Seite „Schulen“
auf der Homepage der Jenplaninitiative Bayern e.V.:
www.Jenaplan.de
BRANDNEU:
zurüfck zum
Anfang
Winter, Felix: Leistungsbewertung. Eine neue Lernkultur braucht einen
anderen Umgang mit den Schülerleistungen. Baltmannsweiler 2004
Jenaplan-Pädagogik betrachtet und fördert Leistungen der Schüler im
Sinne einer „Leistungskultur“ und lehnt den nach wie vor in verschiedenen
Ausprägungsgraden herrschenden „Leistungskult“ an Schulen ab. Leistung fördern
als Anspruch an Schule muss nicht heißen, die Leistung des Schülers umfassend
und in einem für ihn nützlichen und wertvollen Maße zu steigern, sondern kann
auch heißen, Leistung zu beeinträchtigen und zu verhindern. Das hängt von
Bedingung und Art der Leistungserhebung ab.
Eine Schule - so wie z.B. die Jenaplanschule-, die eine Leistungskultur etablieren will, muss auch im Bereich der Leistungsmessung und -beurteilung andere Werkzeuge finden, förderliche Mittel, die geradezu die Lust des Schülers auf Leistung fördern!
Der hier vorliegende Band zeigt fundiert und praxisnah auf, in welche Richtung sich Schulen (!) langsam verändern können, wenn sie es mit Leistungsförderung und pädagogischer -beurteilung ernst meinen. Den Unterricht zu öffnen alleine, genügt nicht.
Oder, wie der Verlag es ausdrückt:
"Die neuen Methoden [der
Leistungsbewertung] haben eine veränderte Funktion im Lernprozess: Sie sind
Bewertung und Lernhilfe zugleich. Viele von ihnen setzen auf den Dialog über
die Leistungen, sie führen zu inhaltlichen Aussagen und zu einer entwickelten
Feedback-Kultur. Leistungsbewertung wird dabei auch zu einem Mitteln des
Lernens der Schüler. Die Entwicklung der Fähigkeiten zur Kontrolle, Bewertung
und Steuerung des Lernens wird als konstitutiv für den Aufbau einer neuen
Lernkultur betrachtet.“
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Und nun: Viel Spaß beim Lesen, Studieren und Bewerten.
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